Mitarbeiter Canvas

Jahresgespräche auf Augenhöhe

Stell dir vor, du freust dich auf dein Jahresgespräch

Als Mitarbeitender. Als Führungskraft. Beide. Krasse Vorstellung, oder?

Das Mitarbeiter Canvas macht genau das möglich. Kein Formular, das du mechanisch durcharbeitest. Kein Gespräch, das beide Seiten schnell abhaken wollen. Stattdessen: ein echtes Gespräch, visuell, gemeinsam, auf Augenhöhe.

Was ist das Mitarbeiter Canvas?

Das Mitarbeiter Canvas ist ein großes, visuelles Poster, das Führungskraft und Mitarbeiter gemeinsam während des Gesprächs befüllen. Mit Haftnotizen. In Echtzeit.

Es ersetzt das klassische Jahresgespräch-Formular. Oder besser gesagt: es macht das, was ein Jahresgespräch eigentlich sein sollte, aber selten ist. Ein offenes Gespräch über das vergangene Jahr, über Motivation, Stärken, Entwicklung und Ziele. Für beide Seiten.

Basis ist das Business Model Canvas von Strategyzer, die Felder sind konsequent auf den Menschen und seine Rolle im Unternehmen umgedacht.

Seit 2018 ist das Canvas im Einsatz und als Open Source unter einer Creative-Commons-Lizenz verfügbar. Unternehmen wie Mathema, BarthHaas, conplement AG und Paessler GmbH setzen es erfolgreich ein, manche in eigenen, angepassten Versionen. Das Feedback von Mitarbeitenden und Führungskräften war fast ausnahmslos positiv.

Das Grundprinzip des Mitarbeiter Canvas: vier Bereiche rund um den Mitarbeiter

Was bringt das Canvas?

Das alte Formular hat vor allem eines gemessen: wie gut jemand in Kategorien passt. Das Canvas fragt etwas anderes: Wer bist du? Was treibt dich an? Wo willst du hin?

Für Mitarbeitende bedeutet das: Das Gespräch dreht sich wirklich um sie, nicht um Standardfragen, die jedes Jahr gleich sind.

Für Führungskräfte bedeutet das: Endlich echte Einblicke. Was bewegt den Menschen wirklich? Wo kann ich unterstützen?

Das Ergebnis sind Gespräche, die ca. drei Stunden dauern. Und bei denen beide Seiten hinterher sagen: Das hat sich sehr gelohnt.

Was Nutzende sagen

„Man hat nicht mehr aufs Blatt geschaut, sondern auf die Person. Augenkontakt, gesprochen. Man konnte sich auch Sachen sagen, die einem nicht gefallen, und direkt sagen, was man toll findet." Tatjana
„Es gab emotionalere Gesprächspunkte, wo rauskam, wenn ein Mitarbeiter in Projekten nicht glücklich war. Ich bin sicher, das war im Endeffekt Gold wert. Ich glaube nicht, dass wir in einem normalen Rahmen so weit gekommen wären." Jan (Führungskraft)
„Das macht ein Mitarbeitergespräch sehr viel anstrengender, weil du die ganze Zeit gefordert bist. Aber ich hatte das Gefühl, ich habe rübergebracht, wo ich hin will, was mir wichtig ist, was mich antreibt." Mika

Der Aufbau des Canvas

Das Canvas hat zehn Felder. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt, sie fühlt sich natürlich an und führt das Gespräch vom persönlichen Rückblick über Motivation und Tätigkeit bis hin zu Feedback und Vereinbarungen. Sie ist aber kein Gesetz. Die Reihenfolge kann jederzeit verändert werden, und genau das ist einer der Vorteile des Canvas gegenüber einem starren Formular.

Das Mitarbeiter Canvas: Poster mit zehn Feldern für das Jahresgespräch

1. Stimmungsgraph

Der Einstieg. Wie war das Jahr? Mit seinen Höhen und Tiefen. Das ist der Türöffner für ein echtes Gespräch.

Tipp: Den Stimmungsgraph mindestens drei Tage vorher mitgeben. So startet das Gespräch sofort auf einem ehrlichen Niveau.

2. Projekte

In welchen Projekten war der Mitarbeiter unterwegs? In welcher Rolle? Was lief gut, was nicht? Dasselbe Projekt kann bei zwei Menschen völlig unterschiedlich erlebt worden sein.

3. Moving Motivators

Was treibt diesen Menschen an? Fördert die aktuelle Situation seine Motivation, oder geht sie gerade auf Tauchstation?

Tipp: Hier nicht zu schnell weitergehen. Was jemanden wirklich antreibt, kommt selten beim ersten Satz raus.

4. Tätigkeiten

Was war geplant, was ist daraus geworden? Was macht Spaß, was nervt? Wo klaffen Plan und Realität auseinander?

5. Soft Skills

Führungskraft und Mitarbeiter machen gemeinsam eine Einschätzung, Selbstbild und Fremdbild nebeneinander.

Tipp: Dot-Voting statt Bewertungsskalen. Menschen sind nicht in jeder Situation gleich.

6. Werkzeuge und Flow Channel

Eine Flow-Analyse: Was kann der Mitarbeiter gut, und was fordert seine aktuelle Arbeit? Passen Können und Anforderung zusammen?

7. Lernen

Was wurde im vergangenen Jahr gelernt? Was soll als nächstes kommen? Was kann der Mitarbeiter in die Firma einbringen?

8. Feedback

Beide Seiten schreiben Feedback-Karten gleichzeitig. Echtes Feedback in beide Richtungen, auch zu Kollegen und Prozessen.

Tipp: Feedback gehört in die Mitte des Gesprächs, wenn beide Seiten schon warm sind, aber noch Energie haben.

9. Parkplatz

Alles, was im Gespräch auftaucht und noch keinen Platz hat. Kein Gedanke geht verloren. Am Ende gemeinsam anschauen.

10. Vereinbarungen

Gehaltsthemen, Entwicklungsziele, konkrete nächste Schritte. Das Canvas endet damit. Aber es ist nur ein kleiner Teil des Gesprächs.

Tipps für das Gesamtgespräch

Genug Zeit einplanen. Ein gutes Canvas-Gespräch dauert ca. drei Stunden. Die lohnen sich sehr.

Vorbereitung für beide Seiten. Der Mitarbeiter füllt den Stimmungsgrafen vorab aus. Aber auch die Führungskraft sollte sich vorbereiten: Welche Felder sind diesmal besonders wichtig?

Die Wand ist leer, wenn der Mitarbeiter reinkommt. Der erste Impuls ist oft: „Das werden wir nie füllen." Die Erkenntnis nach vier Stunden: Geht doch.

Kein Gehaltsgespräch. Das Canvas schafft Raum auch für das Thema Gehalt, aber es ist ausdrücklich kein Gehaltsgespräch.

Getrennt von Performance-Bewertungen. Canvas-Gespräche funktionieren am besten ohne gleichzeitige Beurteilung. Augenhöhe braucht Sicherheit.

Foto-Protokoll. Ein Foto reicht als Dokumentation. Was zählt, ist das Gespräch, nicht das Ergebnis.

Im zweiten Jahr: Canvas vom Vorjahr zum Abschluss rausholen. Was ist passiert? Was hat sich verändert? Es ist kein Copy-Paste-Gespräch.

Remote funktioniert auch

Bei Paessler sind Canvas-Gespräche remote mittlerweile Standard. Miro funktioniert sehr gut dafür, und ein fertiges Miro-Board steht zum Download bereit.

Ein Hinweis, der einen Unterschied macht: Beim Remote-Gespräch schreibt der Mitarbeitende die Sticky Notes selbst, nicht die Führungskraft. Klingt wie ein Detail. Ist aber keins.

Open Source und kostenlos für alle

Das Mitarbeiter Canvas ist Open Source unter einer Creative-Commons-Lizenz. Kostenlos nutzbar, anpassbar, weitergegeben werden erlaubt. Viele Unternehmen passen die Felder an ihren Kontext an. Das ist ausdrücklich erwünscht.

Download und alle Unterlagen: www.mitarbeitercanvas.de

Ich stelle das Canvas gerne bei dir im Unternehmen vor. Kostenlos, ohne versteckte Agenda. Weil ich glaube, dass wir alle bessere Jahresgespräche verdient haben.

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